09.03.2016

CSA informiert sich über die aktuelle Situation der Kliniken in unserem Landkreis

Die CSA-Kreisvorstandschaft mit ihrem 1. Vorsitzenden Herrn Josef Gais (2. von links), dem Geschäftsführer der Kliniken gGmbH des Landkreises FRG Herrn Helmut Denk (links) und dem Krankenhausdirektor Herrn Christian Hofbauer (rechts)

Nach knapp vier Jahren wird das Personal von der Service GmbH in die Kliniken gGmbH überführt

Freyung. Nach dem Kreistagsbeschluss im Jahr 2015, das Krankenhaus Waldkirchen umzuwandeln, informierten sich die Mitglieder der Kreisvorstandschaft der Christlich-Sozialen-Arbeitnehmerschaft im Landkreis Freyung-Grafenau über die aktuelle Situation der Kliniken im Landkreis Freyung-Grafenau, zumal es sich ja um einen der größten Arbeitgeber im Landkreis handelt. Aktuell finden hier ca. 950 Menschen eine Arbeit, und auch im Ausbildungssektor wird mit Ausbildungsplätzen im Pflege-, Verwaltungs-, IT-Bereich, als auch Hauswirtschafts- und Elektonikbereich viel möglich gemacht.

Herr Geschäftsführer Helmut Denk und Herr Krankenhausdirektor Christian Hofbauer nahmen sich Zeit, um die Fragen zu beantworten und die jetzige und zukünftige Lage der Kliniken vorzustellen.

Vorweg ist zu sagen, es war auch in der Vorstandschaft der CSA eine geteilte Meinung über die anstehenden Änderungen des Standortes Waldkirchen. Die einen meinten, es wurde endlich Zeit, dass sich der Landrat und der Kreistag um das Thema „Defizit Kliniken“ annimmt und den Mut hat nach jahrzehntelanger Diskussionen etwas zu ändern - die anderen sagten, es ginge auch anders, so eine Umwandlung müsse nicht sein.

In einem waren und sind sich die Mitglieder der CSA aber einig, es darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.CSA-Kreisvorsitzender Josef Gais eröffnete die Fragerunde: „Wie geht es mit dem Personal vom Standort Waldkirchen ab 1. Januar 2018 weiter? Und warum werden die Neueinstellungen in die Service GmbH vorgenommen und nicht direkt in die Kliniken gGmbH?“ Es sei doch unfair, wenn die gleiche Arbeit unterschiedlich bezahlt wird, so der Vorsitzende. Herr Denk erläuterte zum einen, dass das Personal aus Waldkirchen auf die zwei Standorte Freyung und Grafenau verteilt und übernommen werde. „Vor allem in Hinblick auf die Altersstruktur unserer Mitarbeiter und die damit verbundenen Renteneintritte in den nächsten Jahren, werden wir alle Mitarbeiter benötigen um diese Situation bewältigen zu können“, ergänzt Hr. Hofbauer. Auf die Frage warum Neueinstellungen in die Service GmbH getätigt werden, erklärte Hr. Denk, das ist eine Frage des Geldes / Defizites, aber nach ca. vier Jahren, wenn sich die Angestellten bewährt haben, werden sie in die Kliniken gGmbH übernommen. Und das Erlangen einer Anstellung in der Kliniken gGmbH werde in den nächsten Jahren noch schneller gehen, weil der demografische Wandel auch hier nicht spurlos vorbei gehe und sich weniger Auszubildende für den Beruf im Gesundheitswesen entscheiden werden. 

„Warum wird die Palliativstation von Waldkirchen nach Freyung verlegt?“, auch das war eine Frage, die aufgeworfen wurde. Als Erklärung wurden hier die verschiedenen Vorgaben des Ministeriums genannt, z. B. dass rund um die Uhr ein Arzt zur Verfügung stehen muß, und diese sind künftig nur mehr in Freyung zu erfüllen. Im Rahmen der baulichen Neuausrichtung werden in Freyung die räumlichen Voraussetzungen geschaffen.

In der Stadt Grafenau ist aktuell nur noch eine Zweigpraxis für Kinder- und Jugendmedizin vor Ort. Dies hat zur Folge, dass die Betreuung dieser Patientengruppe ebenfalls die Kliniken des Landkreises, im Rahmen der Facharztzentrum gGmbH, in Zusammenarbeit mit der benachbarten Kinderklinik „Dritter Orden“ in Passau übernommen haben. Es kommt ab April z. B. wöchentlich ein Kinderarzt aus Passau und steht an zwei Tagen in der Woche für Sprechstunden im Krankenhaus Grafenau (ehemalige Praxis von Herrn Dr. Rank) bereit.

Herr Denk und Herr Hofbauer von der Kliniken gGmbH zeigten nach der Diskussion auf, dass wegen der genannten Problematiken und Brennpunkte die folgende Neuausrichtung geplant und nötig ist.

Krankenhaus Freyung:
Unfallchirurgie / Endoprothetik / Gefäßchirurgie / Visceralchirurgie / Orthopädie

Allgemeine Innere Medizin / Bauchzentrum (Gastroenterologie) konservative Kardiologie / Palliativmedizin / Akut-Geriatrie

Psychosomatische/-therapeutische Medizin

Gynäkologie/Entbindung; Hals-Nasen-Ohren

Gesamtplanbetten 260




Krankenhaus Grafenau:                                
AllgemeineInnere Medizin / Kardiologie-Zentrum Schlaganfallversorung/ Gastroenterologie / Diabetologie / Urologie

Gesamtplanbetten 115

 

Krankenhaus Waldkirchen
A, Eigennutzung mit
einem medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) der Kliniken gGmbH einschließlich Notfallambulanz/Ambulanz und
einer Abteilung Physiotherapie „Actimed“ und ambulanter Onkologie

B, Vermietungen
•Facharztzentrum mit Vermietung an niedergelassene Fachärzte
•Sonstige Nutzungen aus dem Gesundheitssektor

Grundstück und Gebäude bleiben im Eigentum des Landkreises, und Betreiber sollen die „Kliniken Am Goldenen Steig“ sein, als ambulante Säule der Patientenversorgung im Klinikverbund.

Weitere wichtige Beweggründe, warum diese neue Struktur der Kliniken gGmbH nötig ist, sind, dass der Klinikverbund auf Dauer unter der Trägerschaft des Landkreises verbleiben soll, hohe medizinische und pflegerische Qualität für die Bevölkerung des Landkreises so  gesichert und ausgebaut werden soll und nicht zuletzt die Sicherung der Arbeitsplätze aller Mitarbeiter, so Geschäftsführer Herr Denk.

Geplante Baumaßnahmen
A, in Freyung
Neustrukturierung (im Rahmen der Generalsanierung)
•Intensivstation
•Kreissaal
•Station1
Integration der Akutversorgung aus Waldkirchen durch
•Erweiterungsbau(BAIV)
•Sanierung/Umbau4.Obergeschoß

B, in Grafenau
Neustrukturierung der
•Intensivstation
•Funktionsdiagnostik und Endoskopie
Erweiterung der kardialen Diagnostik
•CT-Volumenscanner
•Herzkatheterlabor mit Elektrophysiologie

C, in Waldkirchen
Umbau für ambulante Onkologie (bereits begonnen)
•Einbau diverser Arztpraxen
Aktuell kann noch keine definitive Aussage über die Fördermittelhöhe nach dem Strukturfonds getroffen werden. Nach Mitteilung des Ministeriums werden derzeit die möglichen Förderkriterien zwischen Bund und Land festgelegt. Diese Thematik soll aber bis Ende März abgeschlossen sein.
Von der Förderhöhe sind folgende Maßnahmen abhängig:
•NeugestaltungAußenbereich(Zugang,Parkplätze,Wirtschaftshof,etc.)
•Energetische Sanierung